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Übungen 2000

28. November – Falschparker gefährden Sicherheit
06. November – Aufgeregte Patienten "gerettet"
27. Oktober – Schüler trotz störender Äste gerettet
02. September – Schulbus gegen Gefahrgut-Transporter
14. August – Hilfe für Millionenwerte
11. Juli – Helfende Hände
23. Mai – "Brandheiße Sache"
10. April – Feuerwehrübung auf dem Bauernhof

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28. November – Falschparker gefährden Sicherheit

Gespenstischer Rauch aus Fenstern im Hochhaus

Vor Beginn der jährlichen Feuerwehrübung mussten Klinikumsmitarbeiter erst mit Hilfe eines Abschleppwagens die Stellfläche für die Drehleiter vor dem Personal-Wohnheim Mainaustraße 41 frei räumen lassen. Erst dann konnte die Übung des Rettungszuges mit der Annahme "Zimmerbrand in einem Appartement im siebten Obergeschoss" starten.

Durch künstlichen Theaternebel waren die Sichtverhältnisse im Flur und in zwei Appartements erschwert. Der Nebel quoll aus geöffneten Fenstern und verlieh dem Hochhaus einen gespenstischen Flair. Bei dieser von Zugführer Uwe Jordan für die Atemschutzgeräteträger angesetzten Belastungsübung waren vier "Verletzte" zu retten. Einer musste mühsam über das Treppenhaus nach unten geschleppt werden; zwei konnten es sich im Rettungsschlitten gemütlich machen und so über die Drehleiter hinabgelassen werden. Eine Bewohnerin ließ sich im Korb der zweiten Drehleiter auf den sicheren Boden bringen.

Zahlreiche im Flur abgestellte Gegenstände, wie Fahrräder, erwiesen sich als Stolperfallen für die Feuerwehrleute. Laut Mietvertrag sei es nicht erlaubt, Gegenstände im Flur abzustellen und zu lagern, erklärte Jörg Eggart, Leiter der Betriebstechnik des Konstanzer Klinikums.

Für die Sicherheit der etwa 150 Bewohner in den rund Hundert Ein- und Zwei-Zimmer-Appartements sorgen automatische Rauchmelder, die in den öffentlich zugänglichen Waschräumen installiert sind. "Zusätzlich gibt es auf jeder Etage einen Handmelder, der zentral im Flur angebracht ist", beschreibt Eggart den Sicherheitsstandard in den beiden Hochhäusern. Für nächstes Jahr planen die Verantwortlichen wieder eine große Übung im Haupthaus. Dabei soll auch wieder eine Station geräumt werden.

Kaum war die Übung beendet, stand wieder ein Auto im absoluten Halteverbot vor dem Wohnheim. Der Sicherheitsbeauftragte Horst Metzger ließ unverzüglich einen Abschleppwagen zum Entfernen des Falschparkers anrücken. Metzger und Eggart zeigten sich erzürnt über das uneinsichtige Verhalten der Bewohner, gefährdeten sie doch auch ihre eigene Sicherheit. Schließlich weisen Schilder daraufhin, dass diese Fläche im zum Aufstellen der Drehleiter benötigt wird und immer frei sein muss. Schwere Unglücke haben oft ihre Ursache in Verstößen gegen die Sicherheit, wozu auch das Freihalten von Rettungswegen gehört.

Den Vogel schoss ein jugendlicher Falschparker ab, berichtete Jörg Eggart, als dieser seinen Vater aufforderte: "Papa zahl mir den Strafzettel!"

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06. November – Aufgeregte Patienten "gerettet"

Feuerwehr-Übung in der Konstanzer Schmieder-Klinik

Schauplatz Schmieder-Klinik in der Eichhornstraße, Szenerie für eine Feuerwehr-Übung. In einem Regal im Therapie-Bereich des dritten Obergeschosses war ein Brand ausgebrochen; Vier "nervöse" Patienten dargestellt von Angehörigen der Jugendfeuerwehr, davon einige in Rollstühlen waren aus dem gefährdeten Bereich zu retten, so die Annahme.

Innerhalb kurzer Zeit waren die "Opfer" in Sicherheit gebracht und der "Brandherd" ausgemacht worden. Zugang in das am 1992 eröffneten Gebäude verschafften sich die Feuerwehrfrauen und -männer über Leitern und das angebaute Nottreppenhaus. Der fiktive Brand war denn auch schnell gelöscht.

Um etwas Spannung in den Übungsablauf zu bringen, "verletzte" sich ein Feuerwehrmann. Er musste mit dem Rettungsschlitten über die Drehleiter "gerettet" werden.

Einsatzleiter Andreas Knäble zeigte sich mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Erschwerend sei jedoch hinzugekommen, dass die Orientierung anhand der Geschossebenen nicht sehr einfach sei: Da das Gebäude am Hang gebaut ist, bekämen Begriffe wie "Erstes Obergeschoss" je nach Gebäude-Seite unterschiedliche Bedeutungen, so Knäble. Er könne sich eine Beschriftung der Geschoss-Ebenen an den Hauswänden gut vorstellen. Knäble führte als Beispiel das Klinikum an, das am Hauptgebäude entsprechende Buchstaben angebracht hat. Mit Vertretern der Klinik-Leitung besprach Knäble weitere Möglichkeiten, die die Orientierung bei Einsätzen im Hause erleichtern könnten.

Johannes Braun, Brandschutzbeauftragter der Schmieder-Kliniken, erklärte, dass bei ein bis zwei Schulungen pro Jahr die Mitarbeiter geschult werden, wie sie sich im Brandfall zu verhalten haben. Insbesondere wird die Handlungsweise bei der Räumung von Gebäudeteilen und die Verlegung der oft sehr aufgeregten Patienten in andere Bereiche gelehrt. Da das Konstanzer Haus ein relativ neues Gebäude ist, sei der Sicherheitsstandard im Brandschutz recht hoch, betonte Braun.

Damit im Ernstfall die nötige Bewegungsfreiheit für die Betreuer gewährleistet ist, haben diese die Absturzsicherungen (Pfosten) an den Treppen zu entfernen, schilderte Braun. Bei der Verlegung von Patienten seien nach Möglichkeit keine Rollstühle oder ähnliches zu verwenden, da diese dann im Weg stünden. Für die Feuerwehr sind Wandhydranten angebracht, die ständig unter Druck stehen. Diese seien so angebracht, dass jeder Punkt im Haus mit den 30 Meter langen Schläuchen zu erreichen sei, so der Brandschutzbeauftragte.

Verwaltungsleiter Peter von Skwarski wünscht sich eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Es habe zwar schon mehrere Besichtigungen durch Feuerwehrleute gegeben, jedoch könne er sich auch öfters und regelmäßig Übungen vorstellen. Dies Übung sei die erste dieser Art im Konstanzer Haus der Schmieder-Kliniken gewesen.

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27. Oktober – Schüler trotz störender Äste gerettet

Räumungsübung der Feuerwehr am Ellenrieder-Gymnasium

Ellenrieder-Gymnasium, im dritten Obergeschoss des Altbaus schweben Rauchschwaden durch das Treppenhaus; Beginn der Schulräumungsübung, den der Theaternebel kennzeichnet. Vom Sekretariat aus wird die Feuerwehr über Notruf 112 alarmiert. Diese trifft nach wenigen Minuten mit zwei Fahrzeugen in der Brauneggerstraße ein.

Im Sekretariat war auch sofort die Schulklingel geschaltet worden, die alle paar Sekunden mit einem kurzen Klingelzeichen auf einen Brand aufmerksam macht. Die Schüler und ihre Lehrer verlassen geschlossen die Klassenräume; der Lehrer muss als letzter den Raum verlassen und die Türe schließen. Schließlich haben sich die "Flüchtenden" an definierten Sammelstellen zu treffen. Dort kann nochmals die Vollzähligkeit geprüft werden.

Nur den Schülern des Mathematik-Grundkurses der 12. Jahrgangsstufe gelingt nicht – so die Regievorgabe des Sicherheitsbeauftragten Bernhard du Mont – die Flucht über das Treppenhaus. Über die vom Maschinisten gekonnt aufgestellte Drehleiter werden wenig später die Schülerinnen und Schüler – zum Schluss gefolgt vom Lehrer – "gerettet".

Verkompliziert wird die Rettung durch den kuppelförmigen Vorbau des Eingangs. Kastanienbäume engen den Aktionsradius der Drehleiter ein; störende Äste werden einfach von den Feuerwehrleuten weggebrochen.

"Aus dieser Übung wurden Erkenntnisse gewonnen, die noch am gleichen Tag in der Lehrerkonferenz besprochen und in der nächsten Zeit umgesetzt werden", so Schulleiterin Hannelore Geiger. Die Klassen waren im Vorfeld gut vorbereitet, die Übung sollte jedoch geheim bleiben, was zum Bedauern der Schulleiterin nicht ganz gelang.

Die Lehrerinnen und Lehrer hatten vor einiger Zeit ein Blatt mit Verhaltensregeln erhalten und dieses Schuljahr mit seiner Klasse schon eine Übung gemacht. "Die Grundvoraussetzungen sind gegeben, damit alle Schülerinnen und Schüler gerettet werden können", so Geiger. 580 Schüler und 52 Lehrer hat das Gymnasium.

Wie gefährlich ein Brand sein kann, hatte die Schulleiterin schon als achtjähriges Mädchen erfahren. Zum Erwärmen ihres Bettchens hatte wurde am Fußende ein elektrisches Heizkissen unter mehreren Lagen Decken gebettet. Eines Nachts wachte sie von heftigen Schmerzen an den Füßen auf.

Ihre Hilfeschreie alarmierten die Mutter, die einen Schwelbrand beim Heizkissen entdeckte. Obwohl das Feuer von der Mutter rasch gelöscht werden konnte, stank es noch wochenlang, erinnert sich Hannelore Geiger. Vom stinkenden Qualm sei sich nicht aufgewacht, bestätigt sie. Was ihr neben dem Respekt vor dem Feuer bis heute geblieben ist: Eine Abneigung gegen Heizdecken.

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02. September – Schulbus gegen Gefahrgut-Transporter

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14. August – Hilfe für Millionenwerte

Übersichtsskizze
Zugführer Andreas Knäble orientierte sich auf der Übersichtsskizze bei der Kreuzlinger Einsatzleitung. Knäble war als Verbindungsmann zu den Schweizer Kollegen abgestellt.

Brand im Wassersport-Center im Schweizer Bottighofen, so die Übungsannahme bei einer großen Übung der Feuerwehren aus Kreuzlingen und Konstanz. In dem nahe dem Hafen gelegenen Gebäude lagern während des Winters Millionenwerte, da dort unter anderem ein Winterquartier für Yachten untergebracht ist.

Mit Drehleitern aus Kreuzlingen und Konstanz, zwei tragbaren Leitern, zahlreichen Löschfahrzeugen, einem Wasserwerfer, mehreren Strahlrohre und Schaum galt es zehn "Verletzte" zu retten, einen ausgedehnten "Brand" zu löschen und eine Ausbreitung zu verhindern. In dem viergeschossigen Gebäude sind auch zehn Wohnungen untergebracht, so dass auf die Feuerwehrfrauen und -männer rund je 35 aus Kreuzlingen und Konstanz eine anspruchsvolle Aufgabe wartete.

Mindestens einmal im Jahr üben die beiden Nachbarstädte gemeinsam den Ernstfall, der zuletzt beim Tanklaster-Unglück Anfang Juni eingetreten war. In Bottighofen, das politisch eine selbstständige Gemeinde ist, gibt es keine Feuerwehr; diese Aufgabe nimmt Kreuzlingen wahr.

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11. Juli – Helfende Hände

Gerettet
Zahlreiche helfende Hände werden benötigt, um den "verletzten" Fahrer aus seinem "demolierten" Lastwagen zu wuchten. Dazu wird er vorsichtig auf das Rettungsbrett gezogen. Anschließend kann er auf eine Trage umgebettet werden.

Die Rettung von nach einem Verkehrsunfall eingeklemmten Personen aus einem Lastwagen übten gemeinsam die Freiwillige Feuerwehr und der Malteser Hilfsdienst (MHD) auf dem Gelände der Firma Ley. Insbesondere die Höhe des Führerhauses bereitete den Helfern dabei Probleme. Zahlreiche Hände werden benötigt um den/die noch in der Fahrerkabine betreuten Verletzten/betreute Verletzte auf dem Rettungsbrett nach draußen zu bringen. Aufgrund der Größe, der verwendeten Technik und der Stabilität von Lastwagen sehen sich bei Hilfeleistungen die Retter vor größere Probleme gestellt, als dies in der Regel bei einem Unfall mit einem Personenwagen der Fall ist. Bisher hat es in Konstanz nach Auskunft von Feuerwehr und MHD keinen derartigen Unfall gegeben. Jedoch wolle man für diese Fälle gerüstet sein und durch solche Übungen eventuelle Schwachstellen entdecken, lautet die einhellige Meinung der Helfer.


EistiegsübungEistiegsübungEistiegsübung
Zur Einstimmung übten die Helfer und Helferinnen von MHD und Feuerwehr die Rettung dreier Personen aus einem Pkw. Hier ist schön zu sehen, wie die Retter beider Hilfsorganisationen Hand in Hand arbeiten müssen. Während Feuerwehrleute das Dach abtrennen, muss der Rettungsdienst weiter an den Patienten arbeiten. Beim Heraushieven der "Verletzten" müssen wieder alle mit anpacken. Fotos (3): Stefan Senn

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23. Mai – "Brandheiße Sache"

Brand im Holzspäne-Bunker – Verbandsübung der Freiwilligen Feuerwehr

Atemschutztrupp
Rasch eilt ein Atemschutztrupp zur "Einsatzstelle". Foto: Aurelia Scherrer

Punkt 19.42 Uhr erhielt die Ständige Wache der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz in der Steinstraße die Meldung: "Brand im Spänebunker der Schreinerei in der August-Borsig-Straße 5. Es befinden sich noch Personen im Gebäude." Während der 6. Zug ausrückte, wartete die Schreiner-Familie vor dem "brennenden" Gebäude. "Wie viel Uhr ist jetzt", fragte der fünfjährige Tom. "Es ist erst zwei Minuten her, seit die Feuerwehr alarmiert wurde", bekam er zur Antwort, und die Umstehenden philosophierten über die Messeinheit von Zeit, und darüber dass, wenn man auf etwas wartet, die Zeit sehr langsam verstreicht.

Dann hörte man schon das Brummen der Motoren, Drehleiter, Tanklöschfahrzeug und Mannschaftswagen bogen um die Ecke, und die Feuerwehrmänner und -frauen sprangen aus den Wagen. "Starke Rauchentwicklung – mehrere Personen vermisst". Einsatzleiter Arthur Löffler gab Instruktionen, die ersten Atemschutzträger rüsteten sich aus und drangen in das völlig verrauchte Gebäude vor, während ihre Kameraden die Wasserversorgung aufbauten. Bereits um 19.53 Uhr konnte der erste "Verletzte" gerettet werden. "Bei einem Realeinsatz wären wir viel schneller an der Einsatzstelle gewesen", erklärte Löffler, Zugführer des 6. Zugs. Bei Übungen wird jedoch auf den Einsatz des Martinshorns verzichtet.

Aus dem Rauch
Realistisch wirkt der Theaternebel, durch den sich die Atemschutzträger kämpfen müssen. Foto: Aurelia Scherrer

Dann kam der 2. Zug ebenfalls mit Drehleiter, Tanklöschfahrzeug und Mannschaftswagen. Sie bekämpften den "Brand" von der rückwärtigen Seite. Auch sie wären schneller bei der Schreinerei gewesen. Doch kaum auf den Fahrzeugen, wurden sie zu einem echten Einsatz gerufen: "Melderalarm an der Fachhochschule". Von dort fuhren sie anschließend direkt zu der Verbandsübung. Hätte es sich auch in der August-Borsig-Straße um einen Ernstfall gehandelt, wäre der 2. Zug zur Fachhochschule ausgerückt, und ein anderer Zug zur Schreinerei beordert worden.

"Es ist ein großes Objekt", stellte Löffler nach der Übung fest. Die Zahl der Einsatzkräfte hätte im Ernstfall keineswegs ausgereicht, vielmehr hätten weitere Löschzüge alarmiert werden müssen. Im Realfall stelle ein Brand im Holzspäne-Bunker hohe Anforderungen an die Feuerwehr, stimmte Dieter Schächtle, Zugführer des 2. Zugs, zu, denn dann herrsche, neben der großen Brandlast, die eine Schreinerei berge, zudem Explosionsgefahr. "Das wäre dann eine brandheiße Sache", meinte Schächtle, und wohl war ihm bei diesem Gedanken wahrlich nicht.

Für die mehr als 40 Feuerwehrmänner und -frauen, die im Ernstfall für dieses Gebäude zuständig wären, bedeutete die Übung eine wertvolle Erfahrung. Zum einen lernten sie die örtlichen Gegebenheiten kennen, und zum anderen konnten sie wieder einmal ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen und ihre Kondition testen.

Text: Aurelia Scherrer

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10. April – Feuerwehrübung auf dem Bauernhof

Große Übung der Wehr mit Menschen- und Tierrettung auf "Mühlhalderhof" in Dettingen

Der Dettinger "Mühlhalderhof", an der Landstraße zu Allensbach gelegen, war Schauplatz einer groß angelegten Übung der Züge 4, 5 und 9 – Litzelstetten, Dingelsdorf und Dettingen – sowie der Jugendfeuerwehr und Frauengruppe der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz. Angenommen wurde ein Dachstuhlbrand auf dem Gehöft, in dem mehr als 100 Tiere beheimatet sind. Im Vordergrund stand dabei Menschen- und Tierrettung. Ferner testeten die Feuerwehrleute das derzeit provisorische Wasserreservoir, ein aufgestautes Bachbett, da der nahegelegene Weiher, aus dem sich die Feuerwehr normalerweise bedient, momentan trocken gelegt ist.

Tierrettung
"Überredet" werden musste dieses Kalb, seinen heimischen Stall zu verlassen. Im Ernstfall würde der Fluchtinstinkt des Tieres überwiegen. Foto: Aurelia Scherrer

Zufriedenes Muhen drang aus dem Stall, und ein paar Katzen genossen die lauen Abendstunden. Neugierig begutachteten sie die sechs jungen Männer der Jugendfeuerwehr, die sich als potentielle Verletzte ein Plätzchen in Stall und Scheune suchten. Vom Einsatzleitfahrzeug aus wurden die Löschzüge alarmiert: Dachstuhlbrand beim "Mühlhalderhof". Bereits kurze Zeit später trafen Tanklöschfahrzeug (TLF), drei Löschgruppenfahrzeuge (LF) sowie Kombis ein.

Die Gruppenführer stürzten aus den Fahrzeugen und holten sich Instruktionen; dann herrschte rege Betriebsamkeit auf dem Anwesen. Alles geschah gleichzeitig: Die Wasserversorgung wurde aufgebaut, die Atemschutzträger rüsteten sich aus, drangen in die Gebäude ein und suchten nach den verletzten Personen, während der äußere Löschangriff in vollem Gange war. Der aufgestaute Bach bestand seine Bewährungsprobe. Ob das Bachwasser für den Brandfall ausreicht, wusste bislang niemand. Doch Einsatzleiter Peter Restle zeigte sich zufrieden.

Ein Handicap stellte die Tierrettung dar. Es war für die Feuerwehrleute gar nicht so einfach, Kuh und Kälbchen aus dem Stall zu führen. Die Kuh sprang vor Aufregung wie ein junges Fohlen, während das Kälbchen das Gehen verweigerte. Im Realfall, so erklärten die Bauersleute, würde für die Kühe der Stall geöffnet. Allerdings müssten die 20 Pferde, die in Boxen stehen, einzeln herausgeführt werden. Anschließend hielten die mehr als 50 Feuerwehrleute Manöverkritik, um im Ernstfall noch gezielter vorgehen zu können.

Text: Aurelia Scherrer

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