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2004
9 Berichte
09. November 2004 – Löschtrupps auf dem DachFeuerwehr übte an der Schänzlehalle – Rätselhafte Türe( rin) Die Konstanzer Feuerwehr ging am Dienstagabend zum Üben in die Höhe. Sie bekämpfte einen angenommen Brand auf dem riesigen Dach der Schänzlehalle.
Drei Arbeiter sind mit dem Schweißbrenner auf dem Dach der Großsporthalle zu Gange, dann entzündet sich die teerartige Dachdecke (Bitumen). Das war der Ausgangspunkt der Verbandsübung für die Löschzüge der Altstadt. Hendrik Roggendorf hatte die Übung in Szene gesetzt. Sie hatte ihre Tücken.
Mit der Drehleiter gelangten die Einsatzkräfte aufs weit gespannte Dach der Schänzlehalle, fanden dort aber nur einen der Dummys, welche die Arbeiter darstellten. Ein anderer lag im Grasstreifen vor der Schänzlehalle. Nach dem Übungsplan hatte er sich in Panik vom Dach gestürzt. Ein Dritter saß nach seiner Flucht auf einem unbeleuchteten Zwischendach fest. Es dauerte über eine halbe Stunde, bis er dort entdeckt wurde.
Auch der Zugang von der Halle aufs Dach blieb der Feuerwehr zunächst verborgen. Im Obergeschoss stand sie vor einer verschlossenen Glastür ohne Türklinke. Sie lässt sich mit einem Drückschalter öffnen. Für die Übung hatte sich der Hausmeister der Halle dumm gestellt und den Trick nicht verraten. Im Ernstfall, wenn der Zugang verraucht und der Schalter nicht zu finden ist, wäre die Türe eingeschlagen worden.
Die Führungsgruppe, welches die Übung begleitete, bereitete theoretisch vor, was sie im Ernstfall getan hätte: Eine zweite Drehleiter anfordern, Kontakt zum Baurechtsamt aufnehmen, um Informationen über die statische Beschaffenheit der Halle unter Hitzeeinfluss zu bekommen, und die Räumung der Halle durch die Polizei veranlassen.
Mit Erstaunen stellte die Feuerwehr fest, dass es rund 200 Meter im Umkreis der Schänzlehalle nur einen Hydranten gibt. Im Notfall könnten Einsatzkräfte allerdings Wasser aus dem Seerhein pumpen. "Es war eine durchaus realistische Übung", stellte Einsatzleiter Andreas Knäble fest.
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19. Oktober 2004 – Kriechen, tasten, suchenFeuerwehrübung auf Great-Lakes-Gelände
( rin)Sie mussten sich durch Qualm und verwinkelte Räume tasten. Bei einer gemeinsamen Übung auf der still gelegten Industrieanlage des Chemieunternehmens "Great Lakes" standen Einsatzkräfte der Konstanzer und die Reichenauer Feuerwehr vor einer schwierigen Aufgabe: Aus einem riesigen verqualmten, unbeleuchteten Gebäudekomplex sollten sie acht Puppen als "Verletzte" finden und ins Freie bringen.
"Die werden lang brauchen. Die Dummys sind ganz gemein versteckt", prophezeite Dietmar Korn. Er hatte zusammen mit Rainer und Dietmar Schächtle die Regie bei der Übung in den stillgelegten Produktionshallen übernommen. Ihr Ausgangsszenario war ein Brand in den Kellerräumen. "Es ist gut gelaufen", stellte Hendrik Roggendorf von der Führungsgruppe nach Anschluss des komplizierten Übungseinsatzes fest.
Die relativ neu gegründete Gruppe der Konstanzer Feuerwehr übernahm am Einsatzort Koordinationsaufgaben. Sie studierte Lagepläne vom Gebäude und unterteilte es in Abschnitte: In einen, den Feuerwehrleute aus Konstanz durchsuchten und in einen anderen, den Einsatzkräfte von der Reichenau durchkämmten. Jedem Abschnittsteam wurde ein eigener Funkkanal zugewiesen. Der Einbezug der Reichenauer habe reibungslos funktioniert, stellte Hendrik Roggendorf fest. Jedes Jahr übt Konstanz zusammen mit der Insel-Wehr. Beide Seiten wollen vorbereitet sein, sollte bei einem Großeinsatz Nachbarschaftshilfe gefordert sein.
Vor allem Retter, die mit Schutzmasken und 18 Kilogramm schweren Atemluftflaschen auf dem Rücken ins stockdunkle Gebäude tasteten, mussten Schwerstarbeit leisten. In den verrauchten Räumen sahen sie auch im Lichtkegel von Handscheinwerfern nichts. Um keinen Verletzten zu übersehen und sich selbst in den unbekannten Räumen nicht zu gefährden, gingen Feuerwehrmänner in die Knie: Kriechend erkundeten sie die Räume, tasteten sich zunächst an der Wand entlag, dann in immer engeren Kreisen bis in die Raummitte vor. Hinter sich zogen sie eine Orientierungsleine, die sich immer wieder verhakte. Jeder abgesuchte Raum wurde mit reflektierenden Bändern markiert.
Dieses systematische Absuchen eines unübersichtlichen Gebäudes stand bei der gemeinsamen Übung im Mittelpunkt. In realen Fällen hat es die Feuerwehr oft nur mit ein bis zwei verrauchten Räumen zu tun. Sie setzt dann Riesenventilatoren ein, um den Abzug des Rauchs, etwa durch ein offenes Fenster, zu beschleunigen. Wer aus einem brennenden Raum flieht, kann durch Schließen der Türe ein Ausbreiten der lebensgefährlichen Rauchgase im ganzen Gebäude verhindern, erinnert Hendrik Roggendorf. Wer aus einem brennenden Raum nicht mehr herauskommt, sollte versuchen, das Fenster zu erreichen. Von dort aus ist es oft möglich, auf sich aufmerksam zu machen und über die Leiter gerettet zu werden. Bis eine ohnmächtige Person in einem verqualmten Großbau gefunden ist, kann Zeit vergehen. Im Übungsfall dauerte es mehr als eine Stunde, bis die letzte Puppe ins Freie gebracht war.
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18. Oktober 2004 – "Feuer Gebäude" Am Brunnen 6Der Übungsleiter gab die Lage bei Ankunft: Feuer im Erdgeschoss und Menschen in Gefahr. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Lagerraum eines landwirtschaftlichen Betriebes. Die Bauweise der Nachbargebäude ist sehr dicht. Bei Ankunft des LF 8/6 entschied Einsatzleiter Arthur Merk, dass die Einsatzkräfte nicht ausreichen und forderte Löschzug 9 und die
Führungsgruppe an.
Es wurde der Abschnitt 1 "Am Brunnen" und Abschnitt 2 "Thingoltstraße" gebildet. In beiden Teilen wurde Menschenrettungen und Löschangriffe unter Pressluftatmer sowie Riegelstellungen zu den Nachbargebäuden veranlasst.
Wegen der offenen Bauweise und Holztüren griff das Feuer über ins Gebäude "Am Brunnen 4". Um diesen Bereich kümmerte sich der 9. Zug. Der 5. Zug war in Haus 6 beschäftigt. Das Haus war sehr stark verraucht und hier wurden 4 Menschen vermisst. Da die Wasserversorgung für alle Fahrzeuge aus der gleichen Straße kamen, wurde die Thingoltstraße mit Hilfe der Polizei voll gesperrt.
Bei der Übungsbesprechung schilderte der Leiter der Führungsgruppe Peter Renker
nochmals den Ablauf. Die gestellten Aufgaben wurden gut gelöst. Sehr gut zu beurteilen war der gesamte Funkverkehr.
Autor: Arthur Merk
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04. Oktober 2004 – Lebensretter im dichten QualmFeuerwehr übte in Konstanzer Großdisco "Dance Palace"( rin) Das Entsetzen stand ihnen ins Gesicht geschrieben: Aus den Notausgängen der Großdiskothek "Dance Palace" rannten Menschen. Sie schrieen, taumelten orientierungslos über den Parkplatz oder sanken entkräftet zu Boden. Durch die offenen Türen war dichter Qualm zu erkennen. So sah das von über 30 Helfern bühnenreif umgesetzte Ausgangszenario für eine Großübung der Konstanzer Feuerwehr am Montagabend aus.
Der "Dance Palace" ist mit seinen 1 600 Quadratmetern Fläche eine der beiden Großdiscos in Konstanz. An einem Samstagabend tummeln sich hier bis zu 2 000 Menschen. Ein angenommener Brandausbruch während des Tanzbetriebs mit sehr starker Rauchentwicklung stellte die Züge 3 und 7 der Konstanzer Feuerwehr vor große Herausforderungen.
Bevor die Einsatzkräfte überhaupt zur Brandbekämpfung und Menschenrettung ins Gebäude vordringen konnten, mussten sie sich um Gäste kümmern, die in Panik aus der Disco flohen. Sie mussten sie beruhigen, beatmen und manchmal auch mit Körpereinsatz davon abhalten, zurück ins Gebäude zu rennen. In der Hoffnung, eine Freundin, die Tochter oder einen anderen Bekannten retten zu können, reißen sich in solchen Notlagen tatsächlich immer wieder Menschen los und stürzen zurück in Brandräume. Im Getümmel bei der Übung gelang dies einer Frau. Im Ernstfall hätte sie diese Kurzschlusshandlung vermutlich das Leben gekostet. Im Qualm, der für die Übung aus sieben Nebelmaschinen kam, hätte sie nach wenigen Schritten die Orientierung verloren. Rauchgase hätten sie dann schnell das Bewusstsein verlieren lassen.
Die mit Atemluft ausgerüsteten Einsatzkräfte der Feuerwehr bewegten sich im dichten Qualm nur mehr krabbelnd. Zur Orientierung legten sie Schnüre durch den Raum. Irritationen bereiteten die allen Schutzgesetzen entsprechenden Türen zu den Notausgängen. Sie lassen sich nur von Innen durch farbig beleuchtete Notknöpfe öffnen. Im dichten Qualm aber durchschauten selbst Feuermänner zunächst den Mechanismus nicht. Im Ernstfall allerdings ist davon auszugehen, dass das Personal die Türen schon geöffnet hat, bevor die Feuerwehr eintrifft.
Im Ernstfall wäre es auch über einen Nothebel möglich gewesen, Lichtkuppeln zu öffnen, durch die Rauch abziehen kann. Bei der Übung wurde darauf bewusst verzichtet. Die Feuerwehr sollte ja den Einsatz im dicken Qualm trainieren. Im Ernstfall würden zudem Schnelleinsatzgruppen (SEG) mit jeweils 15 Sanitätern alarmiert, von denen es in Konstanz und Singen jeweils zwei gibt. Bis 20 Minuten nach der Alarmierung sollen die ersten Gruppen an der Einsatzstelle sein. Bis dahin müssen oft Feuerwehrmänner die Erstversorgung von Verletzten übernehmen. "Leben retten ist immer vordringliche Aufgabe", stellt Feuerwehrsprecher Nikolaj Schutzbach fest.
In einem Punkt hatte es die Feuerwehr leichter als einem tatsächlichen Discotag. Bei der Übung war der Parkplatz vor dem "Dance Palace" nahezu leer. Die Feuerwehr hatte viel Raum für ihre Wagen und die Betreuung der "Verletzten". Bei der Einsatzbesprechung fragten sich Feuerwehrleute, wie sie ihre Aufgaben hätten bewältigen sollen, wäre der Parkplatz (bis auf die vom Brandschutz vorgeschriebenen Zufahrtswege) mit Autos zugestellt gewesen. Dieses Problem soll nochmals extra besprochen werden.
Betriebsleiter Marco Lauro stellte seine Disco gern für die Übung zur Verfügung: "Dann weiß ich, was abläuft, wenn wirklich mal was passiert." Er sei dankbar für jeden Hinweis, wie sich die Sicherheit über die gesetzlichen Standards weiter verbessern lässt. Um im Falle eines Falles die Aufgabe für die Feuerwehr zu erleichtern, rüstet Marco Lauro als einer der ersten in Deutschland, den "Dance Palace" mit einer besonderen Anlage aus: Mit ihr kann die Feuerwehr auf Knopfdruck die Musik auf allen Etagen abstellen und über ein Mikrofon zu den Gästen sprechen.
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13. Juli 2004 – Personengruppe in Katharinentobel abgestürztGemeinsame Übung von Freiwilliger Feuerwehr, Malteser Hilfsdienst und DLRGDer Rettungszug der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz, Rettungsdienst und Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Malteser Konstanz sowie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Konstanz, Wallhausen und Bodman wurden mit der Einsatzmeldung "Personengruppe abgestürzt, cirka 10 bis 15 Verletzte, Näheres nicht bekannt" bei strömendem Regen zu einem Einsatz gerufen. Der Einsatzort sollte sich im Katharinentobel, zwischen Teufelstisch und Marienschlucht befinden.
Die Besatzung von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug und die Mitglieder des Rettungszugs versuchten die Verletzten von der Landseite aus zu finden. Gleichzeitig suchten die Helferinnen und Helfer der DLRG und der SEG der Malteser mit vier Rettungsbooten den Einsatzort vom See aus ab. Schnell war hier ein leichtverletzter Beteiligter zu entdecken und so konnten Personal und Material an einer seichten Stelle – in unmittelbarer Nähe zur Einsatzstelle – von Bord gehen. Dagegen stellte die Suche im steil abfallenden und dicht bewachsenen Gelände von der Landseite aus ein größeres Problem dar – zumal aufgrund der vagen Ortsbeschreibung zunächst im falschen Tobel nach den Verletzten gesucht wurde.
Nach einer kurzen Sichtung der Verletzten durch den Gruppenführer der SEG und einen Arzt der Malteser stellte sich heraus, dass es sich um 7 Verletzte handelte, die an einer steilen Stelle in einen Tobel gestürzt waren. Nach kurzer Behandlung konnten die ersten beiden lebensgefährlich Verletzten schnell vom inzwischen eingetroffenen Rettungszug mittels Schleifkorbtragen gerettet werden. Auch die restlichen 4 Verletzten konnten nach und nach, entsprechend der Schwere ihrer Verletzungen, zum mittlerweile eingerichteten Behandlungsplatz gebracht werden. Dort wurden sie umgelagert und durch einen weiteren Arzt und Personal der SEG weitergehend untersucht und für den Transport auf dem Boot stabilisiert. Der Abtransport der Verletzten erfolgte dann übers Wasser mittels Rettungsbooten der DLRG.
Die Bildung einer gemeinsamen Einsatzleitung gestaltete sich durch das zeitlich und örtlich unterschiedliche Zusammentreffen der Einsatzleiter der unterschiedlichen Fachdienste schwierig. Es benötigt in Zukunft von allen Seiten noch größere Bemühungen, dass sich die entsprechenden Personen finden und zusammenarbeiten. Da es das erste Mal war, dass eine Übung in dieser Teilnehmerkombination stattfand, kann diese Erkenntnis sicher helfen, bei zukünftigen Einsätzen oder Übungen noch effektiver zusammen zu arbeiten. Routiniert und glatt lief die Zusammenarbeit dagegen bei der Rettung der Patienten, wo sich die regelmäßigen gemeinsamen Übungen von Feuerwehr und Malteser bemerkbar machten. Einige Helfer kannten sich bereits untereinander und man wusste, worauf zu achten ist. So wurde beispielsweise eine Patientin mit einer angenommenen Wirbelsäulenverletzung gemeinsam sehr schonend auf einem Wirbelsäulenbrett gelagert und nach Anlegen einer starren Halskrause in der Schleifkorbtrage gerettet – am rutschigen Steilhang keine ganz einfache Übung.
Bei der anschließenden Nachbesprechung konnten sich die insgesamt rund 60 Helferinnen und Helfer stärken. Insgesamt bestand am Ende von allen Seiten große Zufriedenheit am Ablauf der Übung. Damit dürfte der Grundstein für weitere gemeinsame Übungen gelegt sein, bei denen die gewonnenen Erkenntnisse umgesetzt werden können.
Autor: Dirk Allgaier, Malteser Hilfsdienst Konstanz
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21. Juni 2004 – Bis der Pressluftatmer pfeiftErste Verbandsübung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz im neuen Lago Shopping-Center – Verbesserung des Funkverkehrs im Gebäude notwendig
( as) In der Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz geht ein Alarm ein. Die Brandmeldeanlage des Lago Shopping-Centers, eines von mehr als 120 Gebäuden in Konstanz, welche direkt an die Meldeeinrichtung in der Feuerwehrzentrale aufgeschaltet ist, hat alarmiert. Sofort rückt die ständige Wache ab und die Feuerwehrleute der beiden Altstadtlöschzüge werden zum Einsatz gerufen. Kurz darauf treffen Drehleiter und Tanklöschfahrzeug am Lago Shopping-Center ein. Die Fahrzeugbesatzungen eilen in die Brandmeldezentrale des Shopping-Centers und studieren das Brandmeldetableau. Aha, ein Melder in der Lüftungszentrale hat den Alarm ausgelöst.
Währenddessen rücken die Freiwilligen Feuerwehrleute mit weiteren Fahrzeugen an, die sofort instruiert werden: Unklare Brandmeldung in der Lüftungszentrale. Nachdem erklärt wird, wo sich der Einsatzort in dem großen Gebäude befindet, macht sich der erste Trupp auf den Weg. Die schwere Atemschutzausrüstung macht das viele Treppensteigen nicht einfacher… Der Einsatzleiter gibt Rückmeldung an die Wache: "Ein Atemschutztrupp im Einsatz. Mehrere Stockwerke verraucht. Brand noch nicht lokalisiert." Der nächste Trupp eilt ins Lago.
Szenenwechsel: Der erste Trupp hat die Rauchgrenze erreicht. Rasch werden Schläuche an die im Lago eingerichteten Steigleitungen angeschlossen. Die beiden Feuerwehrleute, mit Pressluftatmern ausgerüstet, legen sich auf den Boden, öffnen vorsichtig die Türe und kämpfen sich mit Strahlrohr und Handlampe durch den Rauch. Die Lüftungszentrale mit ihren vielen Luftkanälen ist im verrauchten Zustand noch unübersichtlicher. Nur das Zischen der Pressluftatmer ist zu hören. Plötzlich sind Klopfzeichen, dann sogar Hilferufe zu vernehmen.. Für die Feuerwehrleute gestaltet sich die Suche nach den Verletzen nicht einfach. Die ersten Verletzten – Mitglieder der Jugendfeuerwehr stellten sich für die Übung zur Verfügung – werden gefunden und mühsam durch die Räumlichkeiten, die im Rauch einem Labyrinth gleichen, gerettet und zur Verletztensammelstelle gebracht. Plötzlich ein lauter Pfeifton. Es ist der Pressluftatmer, der signalisiert, dass dem Feuerwehrmann bald die Luft ausgehen wird.
Längst wurde zweiter Alarm ausgelöst und damit ein weiterer Löschzug und die Führungsgruppe, die dem Einsatzleiter bei der Arbeit zur Seite steht, angefordert.
Die Übung in dem neuen Lago Shopping-Center, die in guter und enger Kooperation mit dem Center-Management vonstatten ging, forderte die Einsatzkräfte in höchstem Maße, sowohl körperlich, als auch was die Einsatztaktik anbelangte. "Die Größe des Gebäudes und die vernebelten Räumlichkeiten machten die Orientierung schwierig", stellte Einsatzleiter Andreas Knäble fest. Aber wenn die Führungskräfte, denen Objektpläne als Richtschnur dienen, noch zusätzlich über gute Ortskenntnis verfügen, können sie die Einsatzkräfte dirigieren. Hierbei tauchte jedoch ein Problem auf, wie Dieter Quintus, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und Übungsbeobachter dieser Verbandsübung, nachhaltig feststellen musste. Die Funkverbindung im Gebäude ist mangelhaft. Teilweise brach die Verbindung zu den Einsatztrupps komplett ab. "Hier sind Verbesserungen erforderlich", so Quintus.
Zu der Abschlussbesprechung gesellte sich auch Center-Manager Peter Herrmann, der die gute Zusammenarbeit lobte, wenngleich die erste Großübung ein wenig "ernüchternd" wirkte. Die schnellstmögliche Auswertung der Übung zur Optimierung der Gegebenheiten ist ihm ein Anliegen, wie er sagte und er lud gleich ein, in nächster Zeit nochmals eine Übung im Lago zu machen. Jederzeit seien die Feuerwehrleute eingeladen, sich die Räumlichkeiten anzuschauen. Als Herrmann aufforderte, dabei die Damen gleich zum Shoppen mitzunehmen, erntete er unter den Feuerwehrleuten ein herzliches Lachen.
Um einen Einblick in die Arbeit der Führungsgruppe zu bekommen – die Freiwillige Feuerwehr Konstanz ist die erste Wehr im Landkreis, welche eine regelmäßig übende und einsatzbereite Führungsgruppe unterhält – waren Vertreter der Feuerwehren Stockach, Singen und Reichenau vor Ort. Gerade für die Stockacher und Singener Feuerwehrleute war dieser praktische Anschauungsunterricht wertvoll, denn sie wollen ein gleichartiges Führungsinstrument, wie es in der Schweiz seit langem gang und gäbe ist, aufbauen.
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09. Juni 2004 – "Brandrauch" schnitt Patienten den Fluchtweg abAlarmübung – Fünfzehn "Schwerverletzte" bei Brand in psychiatrischer Klinik
(Volker Schulz/nea) Ein brennender Wäschetrockner sorgte am Abend kurz nach 20.30 Uhr für starke Verrauchung in weiten Bereichen einer Station für Suchtkranke im Zentrum für Psychiatrie Reichenau (ZPR), so die Annahme einer groß angelegten Alarmübung im Haus 4. Die schnelle Rauchausbreitung schnitt Patienten den Fluchtweg ab, viele wurden bewusstlos, und blieben im Rauch liegen.
Als die ersten Feuerwehrleute kurze Zeit später eintrafen, trat Rauch – dargestellt durch Theaternebel – aus Fenstern auf der Gebäudevorderseite. Die Dienst habenden Pflegekräfte teilten den Wehrleuten mit, dass sich noch rund 15 Personen im Gebäude befinden. Vier "Opfer" konnten sich verletzt, so die Übungsannahme, ins Freie retten. Unter Schwerem Atemschutz gingen die Angehörigen der Werkfeuerwehr des ZPR vor. Die gleichfalls alarmierten Feuerwehren Konstanz und Reichenau unterstützen kurze Zeit später die Werkfeuerwehr.
Die Suche nach den Vermissten in dem verrauchten, lang gestreckten Gebäude gestaltete sich aufwändig. Die Feuerwehrleute brachten die "Verletzten" über das Treppenhaus und über Leitern ins Freie. Dort konnten sie den Rettungsdiensten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Malteser Hilfsdienstes übergeben werden. Die hinzugezogene Klinikleitung des ZPR organisierte die weitere Betreuung der Patienten, die nicht in eines der umliegenden Krankenhäuser eingeliefert werden mussten, in benachbarte Stationen. Die Polizei nahm – symbolisch – die Ermittlungen auf.
Außer den Mitarbeitern und Patienten der Station, den Verletztendarstellern von DRK, Technischem Hilfswerk und Patienten sowie wenigen Verantwortlichen, wusste vorher niemand von der Übung, sodass die Leitstelle und auch die eingesetzten Kräfte lange Zeit von einem realen Einsatz ausgingen.
Ziel der geheimen Alarmübung unter Leitung des stellvertretenden Kommandanten der ZPR-Werkfeuerwehr, Volker Schulz, war die Beobachtung der Abläufe bei einem größeren Schadenereignis. Nur so sei feststellbar, was Einsatzkräfte und Personal bei einem Großbrand auf einer psychiatrischen Krankenstation erwarte. Die gesamte Übung werde in den nächsten Tagen analysiert und bewertet, erklärte Schulz. Daraus ergäben sich die Schwerpunkte für die Ausbildung in naher Zukunft, so Schulz weiter. Die rund 80 Einsatzkräfte konnten sich anschließend bei einem kleine Imbiss von den Strapazen erholen.
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18. Mai 2004 – Löscheinsatz in der BrauereiRuppaner-Sudhaus war Übungsobjekt der Konstanzer Feuerwehr( rin) Das Sudhaus der Ruppaner-Brauerei war Schauplatz einer Feuerwehrübung. Für den Testeinsatz war eine Verpuffung mit anschließendem Brand angenommen worden. Feuerwehrleute mit Atemschutz durchkämmten mehrere Geschosse des weitläufigen Gebäudes auf Verletzte, die durch Vertreter der Jugendfeuerwehr gespielt wurden. Ein "Opfer" war eine mit Sand gefüllte Puppe, die 80 Kilogramm auf die Wage brachte, also etwa so schwer war wie eine erwachsene Person.
Für ihren Rettungseinsatz fuhr die Feuerwehr ihre Drehleiter aus. Dennoch wurden die "Verletzten" übers Treppenhaus ins Freie gebracht. Solange es nicht verraucht ist, gilt es als sicherer, Menschen durchs Gebäude ins Freie zu bringen als über die Leiter. Insgesamt "rettete" die Feuerwehr sechs Personen aus dem Sudhaus. Nach einem "Verletzten" mussten die Einsatzkräfte recht lange suchen. Er war in einem Lift eingesperrt, der zunächst nicht auffiel.
Die Übung wurde durch die neu eingerichtete Führungsgruppe der Feuerwehr begleitet. Sie unterstützte den Einsatzleiter und dokumentierte das Geschehen innerhalb und außerhalb des Gebäudes.
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22. März 2004 – Brand im Autohaus Blender
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